5 Jahre Willi

Titel

Nach dem Abschluss unserer Reise in den Osten wollen wir hier ein kurzes Resüme ziehen, wie sich Willi so bewährt hat. Wir haben ihn ja selbst ausgebaut. Dabei hatten wir viele Profis, die uns beraten haben aber trotzdem war natürlich noch völlig offen, wie er sich so bewähren würde. Hier also ein kleiner Rücklick:

  • Fahrgestell: Willi ist ein 44 Jahre altes Fahrzeug. Zu Beginn gab es leider einige (auch richtig teure) Reparaturen am Fahrgestell, die wir so nicht erwartet haben: Ein neues 4-Kreis-Schutz-Ventil, das Bremsgerät musste für eine 4stellige Summe überarbeitet werden, den Kühler abdichten, die Wasserpumpe ersetzen, Undichtigkeiten, die mehrere tausend Euro verschlangen, der Kupplungsnehmerzylinder… Jetzt sind die “Altschäden” beseitigt und Willi steht besser da als je zuvor. Begeistert sind wir nach wie vor von der Stabilität des Fahrgestells: Dieser “alte” Mercedes-LKW wird uns sicherlich noch überleben: Achsen, Federung, Getriebe, Wellen sind so massiv gebaut und haben bei einem Reisegewicht von ca. 9,5t genügend Reserve. Er ist allerdings nicht der schnellste. Ab und zu hätte ich mir einen 6. Gang und/oder 50PS mehr gewünscht, … Wer zügig von A nach B will, sollte sich was kleineres, leichteres, schnelleres suchen. Für das entschleunigte Reisen auf einer Langzeitreise ist er aber genau richtig.
  • Der Koffer ist (wie alles bei 4wheel24) sehr solide gebaut und super isoliert. Besser kann man ihn kaum bauen. Auch die Gesamthöhe des Fahrzeugs von 3,45m (mit Solar und Aussenantenne) passt für uns – wenn eine Brücke niedriger war, dann meisst deutlich, sodas wir eh nicht drunter gepasst hätten. Ab und zu trafen wir Beschränkungen ab 3,50m, die wir alle passieren konnten.
  • Fenster und Türen sind von outbound. Sie liegen im mittleren Preissegment. Kleine Schwächen: bei einer Gasdruckfeder lösste sich die Verklebung, der Türgriff bildet eine kleine Kältebrücke (ist morgends innen nass – wenn es draussen richtig kalt ist). Wenn das Auto ungünstig steht, es schüttet und der gesamte Regen des Dachs über die Türe fliesst ist diese nicht ganz dicht. Hier werden wir einen “Spoiler” anbringen müssen, wie auch bei anderen Herstellern, der das Wasser vorbeileitet.
  • Bereifung: Ein sehr ambivalentes Thema: Wir haben ja MPT-Reifen (20 Zoll), die im Gelände allen Luxus bieten. WIR fahren aber eher selten Gelände und wenn dann nur die letzten 2-10km zum toll gelegenen Platz für die Nacht. Auf der Strasse sind sie laut, in der Anschaffung teuer. Ich bezweifle, dass wir bei einem weiteren Fahrzeug wieder diese gut aussehende “Gelände-Bereifung” wählen würden. Zu Beginn haben wir zudem den Fehler gemacht und ältere unbenutzte Michelin XZL gekauft. Sie waren schon zu lange ausgehärtet, was bei uns zu massiven Problemen geführt hat (Platzer auf der Autobahn, Schnitt in der Flanke bei nur leichter Randberührung, runterrutschen von der Felge im Sand … ) Das Alter und die damit verbundene Aushärtung des Gummis hatte nur Nachteile. Wir haben dann den schmerzlichen Schritt gemacht und 6 fabrikneue Reifen gekauft (Pista PS22). Seither ist in diesem Bereich Ruhe (auch auf rustikaler Steinpiste, im Sand, Wiese, …).
  • Unsere L-Sitzgruppe finden wir weiterhin super. Sie vermittelt Grosszügigkeit, Platz und Gemütlichkeit, zudem haben wir einen direkten Blick durch die Tür aufs Meer.
  • Zur Wasserfilteranlage von famous-water haben wir ebenso ein ambivalentes Verhältnis: Wir filtern ja vor der Befüllung, d.h. im gesamten System befindet sich Trinkwasser. Wir geniessen es sehr, einfach den Hahn zu öffnen und das Wasser zu trinken (es kam nie zu einer Rückverkeimung o.ä.). Diesen Luxus “bezahlen” wir aber mit einer langsamen Betankung. Wenn der Druck auf der Leitung zu gering ist, nutzen wir eine 4,8bar Paumpe – aber wir brauchen Zeit. Vorteil: Wir konnten JEDEN Brunnen, Bergquelle, Wasserhahn nutzen. Nachteil: “Mal schnell” Wasser tanken geht nicht und je nach Reinheit des Wassers muss der Keramikfilter öfters gereinigt werden. Die Bereitstellung in Europa mit Automaten, die für 1 € 100l Wasser in einer bestimmten Zeit liefern, können wir nicht wirtschaftlich vernünftig nutzen.
  • Die Wasserleitungen und Fittinge von john-guest sind super: leicht verbaut, immer dicht und dazu kostengünstig, sie haben bei jedem Gerappel gehalten.
  • Die Dusch/Abwassertank-Kombi hat sich ebenfalls super bewährt, einzig das Abflussventil in der Dusche mussten wir ab und zu mal durchspülen.
  • Wir geniessen jeden Tag den Bodenbelag (Forbo-Flotex). Er fühlt sich an wie Teppich, ist fuswarm, man kann toll in Socken laufen. Trotzdem ist er leicht zu reinigen und man sieht ihm das Alter in keinster Weise an. Lediglich mit grosser Hitze (z.B. Bohrspäne aus Alu) kommt er nicht klar ☹.
  • Der Kissmann-Kühlschrank arbeitet zuverlässig. Wir haben uns angewöhnt, ihn nachts abzuschalten – er verfügt über einen Kältespeicher (bis zu 12h), was uns eine noch ruhigere Nacht beschert hat.
  • Die Truma D6E Heizung und Boiler-Combi arbeitet immer zuverlässig, ist aber eher üpberdimensioniert. Der Koffer ist so gut isoliert, dass wir sie kaum einsetzen und wenn, dann läuft sie nur schwach. Damit sie nicht verrust, müssen wir ab und zu mal alle Fenster und Türen öffnen, damit sie richtig Gas geben muss. Den Elektrokit nutzen wir bei Sonnenschein gerne, um Duschwasser aufzuwärmen.
  • Die Lithium-Ionen-Batterien von Liontron (2x 100Ah 24V) haben unseren Alltag sehr entspannt. Immer genügend Strom, völlig ohne Stress. Wir wollen nichts anderes mehr.
  • Den Wechselrichter (Mass-Combi) haben wir in der Sitzbank verbaut. Der braucht eine bessere Lüftung, wenn wir ihn (sehr selten) mal auf einem Camping-Platz genutzt haben. Ein besser belüfteter Ort wäre sinnvoll.
  • Begeistert sind wir vom Backofen (Thedfort Triplex): Brötchen aufbacken, Pizza und Kuchen backen, Fleisch und Fisch durchziehen lassen, … ein Luxus, den wir vorher nie hatten. Allerdings muss man sich etwas an die Hitzeverteilung im Ofen gewöhnen.
Beitrags-Ende

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