Georgien Teil 4 Tbilissi

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Jetzt geht es in die Hauptstadt Georgiens, nach Tbilissi, wie die Georgier Tiflis nennen. 1,4 von 3,7 Millionen Georgiern leben hier. Das merken wir auch gleich bei der Anfahrt zu einem Stellplatz, der recht zentral gelegen sein soll. Irgendwann werden die Strassen wieder zu schmal und wir müssen uns vom Navi lösen und „per Hand“ navigieren. So finden wir einen wunderbaren kostenlosen Parkplatz oberhalb der Altstadt, über der Sameba Kathedrale. Wir sind begeistert: Georgiens grösste Kathedrale direkt vor unserem Schlafzimmer-Fenster! Mit ihrer goldenen Kuppel mit 105m Höhe, ihrer 8t schweren Glocke aus Deutschland, dem gigantischen Aufgang und den 9 Kirchengebäuden mit dem Sitz des Patriarchen der georgisch-orthodoxen Kirche, beeindruckt sie uns zu jeder Tages- und Nachtzeit. Sie ist ein Symbol der nationalen und religiösen Wiedererstehung Georgiens. Im Jahr 1995, als es nur das Fundament gab, schrieben die Georgier ihre Namen und Wünsche auf die Grundseine.
Gleich am nächsten Tag haben wir einen Gottesdienst besucht und waren erstaunt über das entspannte Nebeneinander von Touristen, Gottesdienstbesuchern und der Austeilung des Abendmahls. Auch die Geistlichen machten dabei einen sehr entspannten Eindruck. Manche waren gerade mit austeilen dran, andere unterhielten sich oder spielten mit dem handy.

Im Stadtbild von Tbilissi vermischt sich Orient mit Okzident und dabei entsteht etwas spannend Neues. Römer, Araber, Perser und Türken haben ihre Spuren hinterlassen. Auch die Herrschaft der Sowjetunion ist an vielen Orten unverkennbar. Wir erleben Tbilissi weltoffen, tolerant und modern. Orthodoxe Kirchen stehen wie selbstverständlich neben Synagogen und Moscheen. Mit ihren ornamentverzierten Holzbalkonen, alten Kirchen, verwunschenen Hinterhöfen, alten Häusern mit bröckelnder Fassade, Festungen, Bädern im orientalischen Stil und vielen kulturellen Highlights hat Tbilissi unser Herz im Sturm erobert.

Ein echter Hingucker ist die futuristische Friedensbrücke, die beide Flussseiten der Kura miteinander verbindet und nachts als Lichtinstallation von 30.000 LED-Leuchten bestrahlt wird. Auf der anderen Seite des Flusses befindet sich der Rike Park mit den beiden futuristischen Glasröhren der Rike Konzerthalle (wird momentan nicht genutzt).

Tbilissi heisst übersetzt “warmes Wasser”. Schon im 13. Jahrhundert erholte man sich hier in den Schwefelbädern, die auch als Gründungsort der Stadt gelten. Heute sind noch 10 der Bäder in Betrieb. Das Bäderviertel Abanotubani ist hübsch restauriert. Es ist im Persischen Stil erbaut und wer möchte, kann sich eine separate Badestube mieten und sich in den heissen Schwefelquellen entspannen. Wir haben das auf einen späteren Besuch verschoben.

Ein weiterer Spaziergang führte uns zu den Überresten der Festung Nariqala, die im vierten Jahrhundert von Persern erbaut wurde. Von hier bietet sich ein traumhafter Ausblick über die Stadt. Ein paar Minuten weiter erreicht man die Eiserne Statue „Kartlis Deda, die Mutter Georgiens“. In einer Hand hält sie einen Weinkelch als Symbol für die Gastfreundschaft und in der anderen ein Schwert als wehrhafte Warnung gegenüber Feinden.

Eine tolles und sehr kreatives Angebot von Georgischen Künstlern fanden wir im Meidan-Bazar. Hier kann man herrlich stöbern. Zwischendurch stärken wir uns mit einem Chatschapuri, einem gefüllten Teigschiff. Man bricht den Brotrand in kleinen Stückchen ab, tunkt das Brot dann in die Beilage und geniesst so eine Art georgisches Fondue. Auch der Bäcker war gleich um die Ecke, so gab es oft das typische georgische Brot, ein Würstchen im Blätterteich oder einen süssen Kringel mit Marmeladefüllung.

Nach einer Woche geht es nun weiter in die östlichste Ecke Georgiens, an die Grenze zu Aserbaidschan.

Beitrags-Ende

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