Norwegen – Teil 1

Nor-A-13

Vom Nordkapp nach Tromsö

 

In Norwegen angekommen stand das „Ziel“ unserer Reise, das Nordkapp, auf dem Zettel. Der Grenzübertritt nach Norwegen lief völlig problemlos mit unserem Impfzertifikat. Ohne dieses kommt man momentan nicht mehr nach Norwegen rein. Die Fahrt dorthin gestaltete sich allerdings deutlich aufregender als erwartet. Am ersten grösseren Tunnel wurde gerade ein zweiter gebaut – la sich in den Tunnel reinfuhr (ist mein erster in Norwegen gewesen) hatte ich fast vermutet, ich hab ne falsche Einfahrt erwischt: total dunkel, felsige krumme Wände, sehr schmal, … doch wir waren richtig. Am zweiten Tunnel (Nordkapp-Tunnel) stand der Hinweis „choose a lower gear“ (wählen Sie einen kleineren Gang), was ich gehorsam tat. Hier ging es dann aber 3km mit 9% in die Tiefe, sodass ich noch einen Gang weiter runterschalten musste. So zuckelten wir dann mit 30km/h drei Kilometer lang in die Tiefe. Auf der anderen Seite ging es dann mit gleicher Geschwindigkeit wieder 3km ans Tageslicht. Die letzten Kilometer waren dann echt nochmal Schwerstarbeit für unsere Willi, doch dann erreichten wir den nördlichsten Punkt unserer Reise. Ob es sich nun lohnt, dort rauf zu fahren, hat Sina Blanke von Lichterderwelt.de treffend formuliert:

Über die Frage, ob es sich lohnt, bis ganz ans Nordkap hochzufahren, scheiden sich die Geister. „Nein“, sagen die einen, „du fährst hunderte Kilometer durchs Nichts und am Ende stehst du auf einem Felsen im Nebel.“ „Ja“, sagen die anderen, „es ist das Ziel deiner Reise, hier, am – ehemaligen – Ende der Welt, bist du endlich angekommen.“ Die erste Gruppe hat Recht. Trotzdem gehören wir zu der zweiten. Sina Blanke – Lichterderwelt.de

Leider war das Wetter nicht besonders bei unserer Ankunft, doch ein „Beweisfoto“ musste natürlich gemacht werden. Es ist schon irgendwie ergreifend, am nördlichen Ende Europas zu stehen und die Nacht zu verbringen. Am Abend wechselte dann das Wetter und wir erlebten einen tollen Sonnenuntergang mit vielen anderen auf dem grossen Parkplatz (der ist momentan kostenlos zu nutzen). Am kommenden Morgen erwachten wir bei herrlichstem Sonnenschein – unglaublich schön. Die Rückfahrt war natürlich wieder spannend. Auf einem Parkplatz hatte ich (Uwe) noch ein nettes Gespräch mit einem Motorradfahrer, der – wie ich – die wunderbare Natur fotografierte. Er ist hier geboren und wohnt jetzt nur ein paar Kilometer vom Nordkapp entfernt. Doch auch ihn fasziniert die Natur immer wieder aufs Neue.

Auf dem Rückweg – auf der A6 – gestaltete sich die Suche nach einem schönen Stellplatz sehr schwierig. Es ist eng, felsig und wenig Möglichkeiten neben der Strasse. So fuhren wir eine ungeplant lange Strecke und bogen irgendwann in den Wald ab, kämpften uns über Wurzeln und durch enge Äste an einen Platz am Meer. Am nächsten Morgen regnete es und so sollte es fast die ganze Woche weitergehen.

Wir waren ziemlich ko und das Wetter tat das seine dazu, dass die Stimmung deutlich sank. Renate verbrachte fast den ganzen Tag im Bett (was ja auch mal ganz nett sein kann), ich vertrieb mir die Zeit mit Angelversuchen, die glücklicherweise endlich auch zum Erfolg führten. Am Abend brutzelten zwei Köhler (Seelachse) in der Pfanne, das Dorschfilet wanderte in die Kühltruhe. Wir entschlossen uns nun, uns auf dem Weg nach Tromsö ein paar Tage auf einem Campingplatz einzurichten, um die vielen Eindrücke, Herausforderungen und Emotionen zu verarbeiten.

Mit einer kurzen Fähre landeten wir in Svensby und waren fast alleine auf dem Camping, der auch über eine Sauna! verfügte. Diese heizte ich (Uwe) gleich an und so konnte das entspannen sofort beginnen. Renate vertrieb sich am nächsten Tag die Zeit mit waschen und ich (Uwe) hatte die Gelegenheit, drei Finnen zum angeln zu begleiten. Sie hatten ein Motorboot gemietet und so kam mein „schwereres Gerät“ zum Einsatz. Am Ende des Tages wanderte ca. 8kg Fisch in unsere Kühltruhe (meist Makrelen und Dorschfilet).

Auf meiner Angeltour besuchten uns noch kleine Wale (so gross wie Delfine). Sie umkreisten ein paar Mal das Boot und verschwanden dann wieder – eine sehr schöne Erfahrung.

Nach drei Tagen machten wir uns recht gut erholt auf zur nächsten Runde, die in Tromsö begann. Man nennt die Stadt „Paris des Nordens“. Die Hurtigruten, Kreuzfahrtschiffe und grosse Fischkutter machen hier halt. Nach ein paar Runden durch die Altstadt hatten wir genug vom Stadtfeeling. Als nächstes wollen wir über die Inseln Senja, Andoy und die Vesteralen auf die Lofoten.

Beitrags-Ende

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