Tunesien Teil 2

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Die zweite Woche verlief für uns deutlich unproblematischer aber trotzdem recht intensiv. Über eine Piste erreichten wir das Wüstencamp Zmela. Hier genossen wir ein typisch tunesiches Abendessen. Bei Vollmond konnten wir in der Gemeinschaft mit den anderen Fahrern am Feuer die Erlebnisse des Tages teilen. Tobias Teichmann dirigierte uns am kommenden Tag auf manch anspruchsvollem Weg am Wüstenrand entlang nach Matmata. Hier konnten wir viel über Navigation, Böschungswinkel, Freigänigkeiten und die Bewältigung mancher Absätze, an denen die Piste irgendwann einmal weggewaschen wurde, lernen.

Jetzt standen einige kulturelle Highlights auf dem Programm. In Matmata z.B. die alten Höhlenwohnungen. Hier soll es seit drei Jahren nicht mehr geregnet haben. Auch hier kamen wir in den Genuss eines tunesischen Abendessens mit Harissa, einem Brik und versch. Eintöpfen mit irgendeinem Fleisch. Die umliegende Berglandschaft war wirklich sehr beeindruckend.

Die nächste Tour begann mit einer derben Schotterpiste, die uns zur Strasse entlang des Salzsees nach Tozeur führte. Das dortige Camp lag in einem Palmenhain, in dem wir unsere grossen Fahrzeuge sehr sorgsam platzieren mussten. Während den Vorbereitungen zum gemeinsamen Abendessen entdeckten wir mitten in unserer Gruppe einen schwarzen Skorpion, den wir in sein Erdloch vertrieben. Um das Abendessen in aller Ruhe geniessen zu können, stand für alle ein Schuhwechsel vom Badeschlappen zum hoch geschlossenen Wanderschuh statt. Am kommenden Morgen entdeckten wir einen weiteren Skorpion, der sich in einem der Faltstühle eingerichtet hatte.

Nach einem Bad in einem heissen Quelltümpel gings nach Nefta in eine öde Steinwüste, die als Kulisse für “Star Wars” genutzt wurde. Irgendein Wagenrennen wurde hier wohl gefilmt (ich hab keine Ahnung von “Star Wars”). Auf unserem Weg zur Fähre besuchten wir noch das grösste und noch recht gut erhaltene römische Kolusseum in El Jem.

Und schon waren fast zwei Wochen vergangen – wie im Flug, wie wir finden. In dieser Woche hatten glücklicherweise andere Fahrzeuge einige Herausforderungen zu bewältigen. Unser Willi war zwar nicht der schnellste aber eine sehr solide Basis für diese anstregenden zwei Wochen. Unser Kopf ist randvoll mit den unterschiedlichsten Eindrücken der versch. Landschaften, Teilnehmern und Fahrerlebnissen. Auch der allgemeine Zustand Tunesiens hat uns berührt: Viel Armut, Dreck, kaum noch Touristen, viele junge Männer, die in Kaffees sitzen. Seit 2019 scheint es deutlich bergab gegangen zzu sein.

Am Freitag brachte uns die Fähre bei recht ruhiger See wieder nach Genua. Von dort aus starten wir nun langsam den Weg “nach Hause” – wo immer das auch ist. Wohnen werden wir erst einmal wieder bei meinen Eltern, unser schönes Zuhause war nun fast 1,5 Jahre unser Willi. Er war ein sicherer und solider Begleiter unserer Reise. Wie es nun weitergehen wird, muss sich noch zeigen, dann wenn wir all die vielen Eindrücke einmal etwas verdaut haben.

Beitrags-Ende

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